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genau ohne- wien


von Isabel Becker

Ich habe eine Figur gezeichnet, welche ich auf verschiedene Stadtpläne übertrage. Dabei suche ich die Straße, die der Kontur der Figur am nächsten liegt. Dann gehe oder fahre ich die Strecke ab. Ich dokumentiere es subjektiv und immer anders.

In Wien wurde die Strecke mit dem Auto abgefahren. Die 3-stündige Fahrt wurde bewusst nicht gefilmt, sondern mit dem Bleistift dokumentiert.

Über die Zeichnung habe ich den Stadtplan mehrfach gehängt. Es wird die Beobachtung einer Wiederholung derjenigen einer Veränderung gegenüber gestellt. Der Beobachter switcht zwischen diesen Modi hin- und her. Das Auto fuhr so schnell, dass die Dinge schon wieder verschwunden waren, bevor ich sie wirklich festhalten konnte. Die Geschwindigkeit produziert Fragmente und Unscharfes. Das Auto hat - mal mehr mal weniger- gewackelt, so dass ich nicht rüberbringen konnte, was ich wollte. Das, was ich sagen wollte konnte ich nicht vermitteln, da die Mechanik quasi mitgezeichnet hat. Die Abstraktion entsteht nicht durch den Künstler, sondern durch das Setting.

becker läßt sich die strecke per auto chauffieren und dokumentierte die 3 std. fahrt mit dem bleistift. in der ausstellung werden die bewegten striche unter die wiederholungen des stadtplans mit aufgezeichneter figur gehängt. es wird die beobachtung eines mehrfachen, des sich wieder- und einholenden, derjenigen einer steten veränderung gegenübergestellt. geschwindigkeit produziert fragmente und unscharfes. „das auto hat mal mehr, mal weniger gewackelt, so dass ich nicht rüberbringen konnte, was ich wollte“ sagt sie. zufall, auswahl. keine wahl. festhalten im loslassen und losgelassenes im festgehaltenen. „die mechanik hat quasi mitgezeichnet“, die abstraktionen unterstehen nicht dem willen der künstlerin sondern des settings. ANK MÜLLER

17.05.2007, 20:41