Köstlichkeiten von Schorsch
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von Gerd Gerhard Loeffler (Prof. der ALL*-Akademie für kontextuelle Bildproduktion )
Gedanken zur Stadt und den Depressionen. [Eigentlich mehr zu Letzteren, als zu Ersterer. Ach, ich weiß auch nicht! Was erwarten Sie? Ein Depressiver ist ein psychisch kranker Mensch. Wir reden hier nicht von Raunzern, sondern von Echten Kranken. Sie können froh sein, dass ich überhaupt mit Ihnen rede.]
Ausgekotzt von Gerd Gerhard Loeffler - geladener Gast zur Samstags-Führung am 26.05.2007 zum Thema: „Es wird der Wein sein. Wien Deine Depressiven“.
Es ist eigentlich egal, wo man lebt wenn man Depressionen hat. Alles schwebt irgendwo zwischen grau und leer; bedeutungslos und unendlichem Schmerz. Bohrend, nagend, bleiern und todlangweilig.
Nichts macht Freude, manchmal macht auch Nichts Schmerz, weil man gar nichts fühlen kann. Man möchte gar nicht da sein. Am liebsten verschwinden. Fühlt sich wie ein Alien. [Nämliches schließe ich eigentlich nur aus den Reaktionen meiner Mitmenschen mir gegenüber.] Die Gassen abseits der großen Einkaufsstrassen langweilen zu Tode. Die grossen Einkaufsstrassen auch, weil ich kein Geld hab. Wien soll ja eine der Städte sein mit der höchsten Lebensqualität in Europa. Mich interessiert, wer das festgestellt hat. Ich habe es nicht gesehen. Vielleicht aber auch, weil ich Depressionen habe. Bald nachdem ich hierher nach Wien gezogen bin, hat es angefangen. Wien ist im Grunde DIE Stadt, um depressiv zu werden. Nicht umsonst hat Freud hier gelebt und seine Arbeiten verfasst. Die prächtigen Fassaden der Stadt schüchtern ein, doch hinter ihnen modert es und fault. Langsam. Leise. Wien, die Stadt der Macht. Vergangene Macht. Als Deutscher in Wien kommt es mir vor, als hätten Manche die Tatsache, dass Österreich keine Weltmacht mehr ist, noch immer nicht verkraftet. Jedoch, was hat man schon davon, Teil einer Weltmacht zu sein? Macht ist hier nur in struktureller Form vorhanden. Behörden. Amtsschimmel. Hengst oder Fäulnis? Fauler Gaul vielleicht. Das passt schon. Versagen ist eine Alternative! Für mich als ehrgeizigen Menschen, Perfektionisten, ist diese Haltung Gift. Ich trinke sie und sterbe daran. Mein eigener Anspruch an mich und meine Mitmenschen macht mich aggressiv. Diese Aggressionen sind es, die mich jetzt von Innen her zerfressen wollen. Es geht mir wie den Gebäuden dieser Stadt mit ihren prachtvollen Fassaden. [Hier spreche ich von dem Teil der Stadt, welcher großteils verschont geblieben ist von den Gemeindebauten des letzten Jahrhunderts]
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17.05.2007, 20:36
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